Klassenfahrten nach Kaliningrad
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Kaliningrad (Königsberg−Ostpreussen)
Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, entstand historisch gesehen aus den drei Städten Altstadt, Kneiphof und Löbenicht, die 1339 der Hanse beitraten und daraufhin einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung erlebten. Erst im Geburtsjahr Kants 1724 wurden die drei zu einer Einheit mit dem Namen Königsberg zusammengeschlossen. Eine Burg des Königs, die der späten Namensgebung eine Grundlage gab, hatte es im 13. Jahrhundert tatsächlich gegeben: Unter der Leitung des böhmischen Königs Ottokar II. führte damals der Deutsche Ritterorden einen Kreuzzug zur Zwangschristianisierung der heidnischen Pruzzen durch und errichtete dabei am Ufer der Pregel eine Feste, die bald zu einer steinernen Burg umgebaut wurde. Im Laufe der Jahrhunderte verkörperte das Schloßwie kein anderes Gebäude der Stadt ostpreußische und preußische Geschichte. Ursprünglich Burg des Deutschen Ordens wurde es später Residenz des Hochmeisters. Nach der Umwandlung des Ordensstaates in ein weltliches Herzogtum diente es den Herzogen von Preußen als Wohnpalast.

Vor allem Herzog Albrecht sorgte für die Entfaltung einer kulturellen Blüte in Königsberg und gründete die Königsberger Universität, an der später Immanuel Kant studieren und lehren sollte. Der spätere preußische Könige Kurfürst Friedrich III. wurde im Königsberger Schloßgeboren und krönte sich und seine Gemahlin Sophie Charlotte im Albrechtsbau zum König, bzw. Königin von Preußen. Umso trauriger, dass das Schloss heute nicht mehr existiert. Im August 1944 zerstörten hunderte englischer Flugzeuge in nächtlichen Angriffen die gesamte Königsberger Innenstadt und das Schloss. Heute steht im Bereich des früheren Schloss−Areals im Osten eine nicht fertiggestellte Beton−Ruine, das «Haus der Räte», im Westen befindet sich ein Einkaufszentrum aus vielen Container−Geschäften.

Trotzdem ist das heutige Kaliningrad ein lohnenswertes Reiseziel. Trotz der umfassenden Zerstörungen finden sich in der Stadt noch eine Reihe alter Bauten – der erst kürzlich aufwendig restaurierte Dom, das Grabmal Kants, die Börse, Universität und die Luisenkirche, um nur einige zu nennen. Insbesondere von den alten Befestigungsanlagen sind trotz der Zerstörungen im Krieg noch viele Bauwerke erhalten und geben von der Kultur, der Bau− und Ingenieurskunst vergangener Epochen beredtes Zeugnis ab.
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